Eva Bender legt Seniorenagenda vor: „Eine Region für jedes Alter“
Dezentrale Beratung, soziale Teilhabe und besserer Hitzeschutz sollen selbstbestimmtes Leben im Alter stärken
Region Hannover. Unter dem Titel „Eine Region für jedes Alter“ hat Eva Bender, SPD-Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin, ihre Agenda für Seniorinnen und Senioren vorgestellt. Darin zeigt sie, was sie als Regionspräsidentin konkret umsetzen will, um selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen, pflegende Angehörige zu entlasten und die Unterstützung in der Region zu verbessern.
An der Vorstellung beteiligten sich auch Fred Warnke, Vorsitzender des Seniorenbeirates der Region Hannover, und Bernd Rödel, Bezirksbürgermeister von Kirchrode-Bemerode-Wülferode. „Älterwerden darf nicht bedeuten, dass Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe oder Sicherheit verloren gehen. Ich will eine Region, in der Unterstützung erreichbar ist – unabhängig vom Einkommen, vom Wohnort und davon, ob Angehörige helfen können“, erklärt Bender.
Beratung ausbauen und Angehörige entlasten
Als Regionspräsidentin will Bender dezentrale Senioren- und Pflegeberatungen ausweiten. So sollen insbesondere alleinlebende und wenig mobile Menschen frühzeitig erreicht und an Pflegestützpunkte, medizinische Einrichtungen oder soziale Angebote vermittelt werden. Ergänzend sollen langfristug Gesundheitslotsen als wohnortnahe Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner eingesetzt werden können.
Die neuen Angebote sollen zunächst in einem Stadtbezirk Hannovers, einer größeren Umlandkommune und einer ländlich geprägten Kommune erprobt werden. Erfolgreiche Modelle sollen anschließend auf weitere Teile der Region übertragen werden.
Pflegende Angehörige sollen durch wohnortnahe Beratung sowie einen besseren Zugang zu Tages-, Kurzzeit- und Verhinderungspflege entlastet werden. Zudem will Bender die Versorgung nach Krankenhausaufenthalten verbessern und Entlassmanagement, Pflegeberatung, Hausarztversorgung und häusliche Unterstützung enger miteinander verbinden.
„Pflegende Angehörige tragen den größten Teil der Versorgung. Sie brauchen Entlastung, nicht nur Dank“, betont Bender.
Einsamkeit verhindern und Teilhabe sichern
Begegnungsstätten, Besuchsdienste, Nachbarschaftsnetzwerke, gemeinsame Mahlzeiten, Bewegungsangebote und generationenübergreifende Projekte sollen stärker miteinander verbunden werden. Darüber hinaus will Bender die Übertragung des Sozialrezepts auf weitere Kommunen prüfen. Damit können Menschen mit sozialen oder psychischen Belastungen gezielt an passende Gemeinschafts- und Unterstützungsangebote vermittelt werden.
Auch Depressionen, Angststörungen und Einsamkeit im Alter sollen stärker in der regionalen Präventions- und Gesundheitsplanung berücksichtigt werden. Demenzsensible Quartiere, Tagespflege und die Unterstützung von Angehörigen sollen Bestandteil des regionalen Pflegefahrplans werden.
„Einsamkeit ist nicht nur ein persönliches Schicksal. Sie kann krank machen. Wir dürfen deshalb nicht erst helfen, wenn aus Einsamkeit oder Überforderung eine Krise geworden ist“, erklärt Bender.
Investitionsprogramm für hitzeresistente Pflegeeinrichtungen
Bender will einen verbindlichen regionalen Hitzeaktionsplan mit klaren Warnstufen, Zuständigkeiten und Schutzketten umsetzen. Kommunen, Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste, Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und Rettungsdienst sollen ihre Maßnahmen vor jeder Hitzesaison abstimmen.
Zusätzlich will sie ein Investitionsprogramm für hitzeresistente Pflegeeinrichtungen auflegen. Gefördert werden sollen Verschattung, sommerlicher Wärmeschutz, Lüftung, Begrünung, kühle Gemeinschaftsräume und – dort, wo es notwendig ist – ausdrücklich auch Klimaanlagen oder andere geeignete Kühlsysteme in Pflegeheimen. Dafür sollen bestehende Förderprogramme und mögliche Mittel aus dem Sondervermögen geprüft werden.
„Eine Hitzewarnung auf dem Smartphone allein schützt noch keinen pflegebedürftigen Menschen. Hitzeschutz wird erst durch klare Abläufe, erreichbare Hilfe und konkrete Investitionen wirksam“, so Bender.
Pflege verbindlich planen und Qualität sichern
Aus dem für 2027 angekündigten Pflegebericht will Bender einen Pflegefahrplan mit kommunenscharfen Bedarfen, klaren Verantwortlichkeiten und überprüfbaren Fortschritten machen. Dazu gehören mehr Tages- und Kurzzeitpflege, eine stärkere Heimaufsicht, niedrigschwellige Beschwerdewege sowie Maßnahmen gegen Gewalt und Vernachlässigung im Alter.
Eine regionale Fachkräfteallianz soll Ausbildung, Praxisanleitung, Wiedereinstieg, Anerkennung internationaler Abschlüsse, gute Arbeitsbedingungen und den Abbau unnötiger Bürokratie gemeinsam bearbeiten. Öffentliche, freigemeinnützige und private Pflegeanbieter sollen an denselben Qualitäts- und Transparenzstandards gemessen werden.