Klarer Kurs für Sehnde? Fehlanzeige!
Antrag der CDU-Fraktion auf bedarfsgerechte Kinderbetreuung im Rat der Stadt Sehnde
Am 02.02.2026 hat die CDU beantragt ihren Antrag auf bedarfsgerechte Kinderbetreuung im Fachausschuss Kindertagesstätten und Jugend von der Tagesordnung absetzen zu lassen. Bereits Ende letzten Jahres hat der Bürgermeisterkandidat der CDU Dr. Schinze-Gerber diesen Antrag auch auf den sozialen Medien beworben: „Gute Betreuung – von Anfang bis Hort“ Dieser Antrag enthielt keine klaren Vorstellungen über die Art und Weise, wie man sich jetzt die „bedarfsgerechte Betreuung“ vorstellt. Nach der Absetzung dieses Antrages wird es nun einen neuen Antrag der CDU geben, in dem gefordert wird eine externe, integrierte Schul – und Betreuungsentwicklungsplanung in Auftrag zu geben. Das wird unnötig Geld kosten und Ressourcen binden. Der Kosten-Nutzen-Vergleich erscheint im Verhältnis zu den Ergebnissen unverhältnismäßig. „Erstaunt muss man zur Kenntnis nehmen, dass Herr Schinze-Gerber in der Presse beim 1. Antrag zitiert wird, dass es sich um keinen großen Verwaltungsaufwand handele und jetzt soll im neuen Antrag ein externes Fachbüro beauftragt werden?“, so die Fachausschussvorsitzende Andrea Gaedecke (SPD). „Und wie wir in der letzten Ratssitzung von der CDU gelernt haben, sind das alles Steuergelder, mit denen man sorgsam umgehen muss.“
Die SPD im Fachausschuss Kindertagesstätten & Jugend hat der Absetzung des 1. Antrages zu gestimmt, weil sie diesem Antrag sowieso nicht zugestimmt hätten. Denn bereits jetzt findet seitens der Verwaltung eine bedarfsgerechte Abfrage statt. Bereits jetzt werden neben der Kernbetreuungszeit Sonderöffnungszeiten bedarfsgerecht angeboten und die Eltern müssen jedes Jahr nachweisen, ob der Bedarf noch besteht. Eine regelmäßige Bedarfserhebung auch für die Kernbetreuungszeit, wie von der CDU gefordert, führt zu einer fortwährenden Gängelung der Eltern. Sollte sich zB ein Elternteil gerade in Elternzeit oder in der Phase der Arbeitssuche befinden, verliert die Familie demnach ihren Anspruch auf einen 16.00 Uhr Platz. Gleiches gilt bei Platz-Sharing: In der heutigen Arbeitswelt muss man als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer flexibel sein, wenn man einen Platz nur für 2 Tage pro Woche hat - Kann man dann noch flexibel sein? Diese Vorschläge setzen Familien unter Druck und belasten sie noch mehr. So sieht keine Vereinbarkeit von Familie Beruf aus. Davon abgesehen, bleibt auch noch der pädagogische Aspekt, der solche „effizienten Modelle“ nicht unterstützen kann. Kinder können sich nur dann gut entwickeln und lernen, wenn sie Geborgenheit und Sicherheit erleben. Täglich wechselnde Tagesstrukturen, Kindergruppen und pädagogisches Fachpersonal führen bei Kindern zu Unsicherheit und Stress. Und die Seite der Fachkräfte darf auch nicht vergessen werden, diese müssten sich dann mit ständig wechselnden Arbeitszeitmodellen und Einsatzorten auseinandersetzen. Wie lange machen die das mit? Beide zuletzt angesprochenen Punkte werden jedenfalls nicht zu einer Qualitätssteigerung in den Kindertagesstätten führen.
Vielleicht sollte man sich immer erstmal mit den Menschen auseinandersetzen, die es betrifft, bevor man nach Effizienz und Optimierung schreit. Insbesondere nicht bei der Kinderbetreuung.
Klarer Kurs für Sehnde? Da kann man auch anderer Meinung sein!